Gekämpft und doch verloren…

Vor kurzer Zeit kam der alte Jack zu uns. Er kam aus ganz schrecklicher Haltung und ist mit Marthas Pflege richtig aufgeblüht: Er hat gefressen, getrunken, hat seinen Sessel zum schlafen genossen, Fellpflege fand er ganz toll… überhaupt ein freundliche, zurückhaltender, alter Kerl.

Bei unserem letzten Besuch sind wir mit ihm spazieren gegangen und haben ihn kennengelernt. Wir haben so gefofft, ihn im Frühling in ein richtiges Verwöhn- Zuhause mitnehmen zu können… Das ist uns leider nicht vergönnt:

In der letzten Woche wollte er nimmer fressen… nach zwei Tagen ging Martha mit Jack zum Arzt… Infusion, Tabletten… wieder in der Station hat sie ihm Hühnchen gekocht, denn das liebte er sehr. Jack fraß ein bißer`l und schlief viel. Dann war sie wieder mit ihm beim Arzt. Er gab ihm eine Infusion mit Elektrolyten und Dextrose, damit er wieder Flüssigkeit bekommt und die Organe “gespült” werden. Also baute sich Martha mit den Decken aus ihrem Auto einen kuscheligen Platz auf dem Boden, denn sie wollte bei Jack sein, während der Tropf einfließt… und dabei starb er. …ganz leise, ganz sanft, … sie dachte, er wäre eingeschlafen… ist er gegangen.

Lieber Jack, wir sind unglaublich traurig, dass wir dich nicht ehr entdeckt haben und retten konnten! Wer weiß, ein, zwei Jahre ehr, wäre deine Geschichte anders ausgegangen… Gleichzeitig sind wir froh und dankbar, dir deine letzten Wochen in der Auffangstation schön gemacht zu haben. Sicherlich hattest das erste Mal Liebe, Wärme und genug Futter … wir denken an Dich!

Wieder zurück nach 6000 km an zwei Wochenenden…

…ja, man ( also wir 😉 müssen schon ein bißchen verrückt sein! Aber von vorn:   Am ersten Wochenende sind wir – wie immer – in unsere Auffangstation nach Bialowieza gefahren. Das war auch dringend nötig, denn die Futter- Vorräte waren auf null. Das Wochenende war wie immer schnell und ereignisreich… es hat alles gut geklappt und wir hatten super- kalte Temperaturen bis minus 25 Grad ( nachts ) und tagsüber auch zweistellig unter null.

Wir waren in Bayern ja eigentlich schon seit Weihnachten im Winter- Training, aber das war nochmal eine andere Nummer. Mit zurück durfte die liebe Sarah kommen. Sie ist eine tolle Seele, die sich trotz Erlebtem ihr liebes Wesen erhalten hat! … dann sind wir wieder heim gefahren: Wäsche- Wechsel, gearbeitet und dann den Anhänger gepackt, damit wir gaaanz viel Futter & co mitbekommen in die Ukraine.

Was sich dort abspielt ist schrecklich- den Menschen geht es schlecht und eben auch den Tieren. Jedoch wird in unserem ( neuen ;-), kleinen  Partner- Tierheim in Odessa GROSSES geleistet. Die Ehrenamtlichen, die es betreiben, haben kein Wasser und keinen Strom vor Ort. Wenn es keinen Beschuß gibt, gehen sie nach der Arbeit hin und versorgen die Hunde. Dafür bringen sie Wasser von Zuhause mit… und die Futter- Ration, die sie für diese Fütterung brauchen. ( Weil es keinen Raum / Lagerraum gibt.) …und dann sind eigentlich “nur” 40 Hunde auch viel zu versorgen.    Deshalb möchten wir die Helfer und die Hunde unterstützen!

Also haben wir uns in Lwiw getroffen, Futter & co umgeladen, Iris in Empfang genommen ( ein bezauberndes Hunde- Mädl ), einen Kaffee getrunken und sind alle wieder umgekehrt nach Hause. – Was sich jetzt so locker- flockig schreibt, war echter Raubbau und wir fühlen uns nach der Doppel- Tour sehr alt!

ABER: Es hat sich gelohnt, denn die armen Knöpfe vor Ort haben so für 1,5 Monate Fressen. Und DAS können wir uns alle hinter den Spiegel stecken! Ihr habt uns so super mit Futter und Hunde- Zubehör ausgestattet! Vielen, vielen Dank für Eure großartige Hilfe !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Fotos: oben links: Honigmond in der Nähe von Bialowieza, unten links: Futter- Spenden in der Auffangstation, Mitte: zu erst die blaue Tour/ danach die grüne Tour. Rechts: oben Iris/ unten Sarah

Und was denkt ihr? Schaffen wir es wieder, die ukrainischen Mäulchen mit zu versorgen?